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Die Hoffnung håt gwunnan!

Aktualisiert: vor 2 Tagen

Endlich ist sie da! Unsere neue Advent- und Weihnachts-Doppel-CD 'Die Hoffnung håt gwunnan' ist frisch am Markt angekommen! Aber wie entstanden eigentlich diese CDs?



Alles begann mit einer ersten Idee!

Da durch die Pandemie das Planen von Konzerten im Jahr 2020 einfach nicht möglich war, haben wir uns entschieden, unsere Energie in die Produktion einer Weihnachts-CD zu stecken. Ich habe es immer als wichtig empfunden, den Sängerinnen und Sängern ein Ziel zu geben, für das sich das Proben auch lohnt! Sobald der Entschluss gefasst wurde, ging es an die Programmauswahl! Lieder der letzten Weihnachtsprogramme wurden durchstöbert, aber auch die Suche nach neuen Stücken wurde forciert. Der sprichwörtliche rote Faden musste auch im CD-Programm klar ersichtlich sein und sollte, inspiriert von unseren Weihnachtskonzerten, einen Bogen von Winter- und Adventliedern hin zu Marien-, Hirten- und Krippenliedern spannen. Das Grobkonzept war fertig!


Proben, proben, proben …

Große Teile des Programms waren vielen SängerInnen bereits bekannt und so konnte man bei vielen Stücken bereits an Details arbeiten: Akkorde ausstimmen, Phrasierungen herausarbeiten und natürlich Emotionen in die Musik einfließen lassen. Ende 2020 machte uns die Pandemie leider häufig einen Strich durch die Rechnung: hohe Infektionszahlen, Proben mit 2m Abstand oder Maske tragen beim Singen machten Chorproben nicht gerade attraktiv. Viele waren zur damaligen Zeit verunsichert bzw. hatten einfach Angst sich oder andere zu gefährden. Es mussten neue Probenmethoden entwickelt werden: Onlineproben per Zoom, Singen mit Übungsfiles und auch das Proben mit kleineren Gruppen standen an der Tagesordnung. Mehrere Lockdowns Ende 2020 und Anfang 2021 sollten das ganze Projekt dann auch noch um Monate verschieben. Erst mit Beginn des Wintersemesters 2021/22 konnten wir wieder, diesmal unterstützt durch Antigen- oder PCR-Testungen, halbwegs „normal“ proben und auch ein intensives Probenwochenende Mitte Oktober im Schloss Laubegg gab uns ein Stückchen Normalität zurück.


Aufnahmeort, Aufnahmetermin, Aufnahmeteam

Auf der Suche nach einem möglichst gut erreichbaren Aufnahmeort, der halbwegs ruhig gelegen und auch akustisch passend sein musste, sind wir durch unseren Sänger Albin Stromberger auf die Schutzengelkirche in Graz-Eggenberg gestoßen. Pfarrer Mag. Wolfgang Schwarz war so freundlich uns die Räumlichkeiten zur Verfügung zu stellen und konnte uns auch bei der zeitlichen Planung helfen: Freitag abends, Samstag ganztägig und Sonntag ab Mittag. Das waren die Zeitfenster mit denen wir arbeiten konnten. Mit der Firma MSc-Media (Christian Miklin, Technik & Johann Wurzer, Aufnahmeleitung) verbindet uns ein jahrelanges Vertrauensverhältnis. Mehrere gemeinsam produzierte Tonträger zeugen bereits von der fruchtbaren Zusammenarbeit. Dementsprechend war auch die Kommunikation einfach und die Terminfindung bzw. Begutachtung des Aufnahmeorts rasch erledigt.


Achtung jetzt wird’s ernst!

Am Wochenende vom 19.-21. November sollte der erste Teil der CD aufgenommen werden. Organisatorisch war es gelungen 50-60 SängerInnen zu koordinieren, sowie Termine mit Tonstudio und Pfarre abzustimmen. Mir ging es darum möglichst zeiteffektiv zu arbeiten und die SängerInnen auch möglichst zu schonen. Immerhin sind Tonaufnahmen für ChorsängerInnen mit Marathons für Spitzensportler zu vergleichen und die Corona-Pandemie hatte bezüglich Kondition ja auch ihre Spuren hinterlassen. So wurden freitags Kleingruppen aufgenommen, Samstagvormittag war der Frauenchor dran und am Nachmittag/Abend die Männer. Erst am Sonntag war das erste Mal der gesamte Chor versammelt. 23 Lieder konnten wir an diesem ersten Aufnahmewochenende aufnehmen!

Doch was heißt das eigentlich: stundenlanges Stehen, konzentriertes Arbeiten, viel Geduld, gemeinsames Einatmen, Absprechen und Phrasieren, Akkorde ausstimmen, klare Aussprache erarbeiten, Texte mit Inhalt füllen und mucksmäuschenstill vor und nach einer Aufnahmephrase sein. Viele, viele Wiederholungen einzelner Passagen sind notwendig, Intonationskorrekturen müssen vorgenommen werden, hin und wieder kommt es zu Interpretationsdiskussionen und dann soll man auch noch Spannung vom ersten bis zum letzten Ton halten. Nicht gerade einfach und manchmal auch richtig zermürbend. Professionell konnte uns Aufnahmeleiter 'Håns' mit seiner einfühlsamen und doch auch fordernden Art durch die vielen Aufnahmestunden leiten. Er besitzt die besondere Gabe, genau abschätzen zu können, wieviel er dem Chor und dem Chorleiter gerade abverlangen kann und seinem scharfen Gehör entgeht nichts, was uns im Aufnahmeraum manchmal an unseren eigenen Ohren zweifeln lässt, wenn wir gefühlt keinen Unterschied wahrnehmen. In den Pausen konnten wir uns immer im Aufnahmewagen von den Zwischenergebnissen überzeugen (die Unterschiede hörte man dann sehr wohl) und konnten auch ehrfürchtig Christians High-Tech-Aufnahmestudio bewundern.



Wenn eine CD nicht ausreicht?

Am 22. November begann der nächste Lockdown und ein durchwachsener Winter führte dazu, dass wieder keine Konzerte stattfinden konnten. Weiters musste das zweite Aufnahmewochenende von Jänner 2022 aufs 1. April-Wochenende 2022 verschoben werden. Durch die zusätzlich 'gewonnene' Zeit verfestigte sich in mir auch der Wunsch noch mehr Stücke aufzunehmen und die Produktion zu einer Doppel-CD zu erweitern. Damit nicht der gesamte Chor 'belastet' werden musste, wurden auch die Kleingruppen mit zusätzlichen Liedern betraut. So konnten wir, nach dem fast gleichen Schema wie im November, 22 Lieder aufnehmen!


Schneiden, schneiden, schneiden!

Die letzten Töne im Kasten? War's das? Weit gefehlt! Dann beginnt erst die nächste Etappe. Eine Faustregel besagt: So lange wie man aufgenommen hat, so lange sitzt man dann auch beim 'Schneiden'. In diesem Fall im Tonstudio von Christian Miklin in Bleiburg. Gemeinsam mit Hans werden die einzelnen Puzzle-Teile anhand seiner Aufzeichnungen zusammengesetzt, der perfekte Chorsound gesucht und die verschiedensten Varianten durchgehört. Vergleichbar einem Schönheitschirurg werden einzelne Stellen, manchmal auch nur Silben, nachbearbeitet, Konsonanten zusammengefangen und einzelne Akkorde um hundertstel Halbtöne gehoben oder gesenkt. Alles mit dem Ziel eine möglichst perfekte Interpretation zu schaffen. Nach Stunden des konzentrierten Arbeitens freut man sich, wenn man von Madeleine Miklin mit Köstlichkeiten verwöhnt wird und man zwischendurch abschalten und mit den beiden Herren diskutieren kann. Nach der Verschnaufpause wird das Erarbeitete nochmals hinterfragt und oft werden dann doch noch Stellen entdeckt, die man nachbearbeiten möchte.


'Stille Nacht' im August?

Eine große Freude für mich war die Tatsache, dass auch das Quintett 4plus (Ltg. Florian Weissensteiner), welches aus Sängern des Chores entstanden ist, auch mit Liedbeiträgen auf der CD verewigt werden würde. Da jedoch zu dieser Zeit nicht mehr alle in Graz wohnten, war eine Terminkoordinierung gar nicht so einfach. So konnten die vier Lieder erst im August 2022 aufgenommen werden. Diesen Aufnahmetermin wollten wir auch nutzen, um mit einem gemischten Doppelsextett 'unseren' Satz von 'Stille Nacht' aufzunehmen, da es sich bei den anderen Terminen nicht mehr ausgegangen war. 'Stille Nacht' im August bei 30°C aufzunehmen, war auf jeden Fall eine Herausforderung, der wir uns stellen wollten und die unser CD-Programm abrunden sollte. Damit wurden die letzten fünf Titel aufgenommen und das Ziel von 50 Liedern erfüllt.

Was war noch zu tun?

Der musikalische Teil war erledigt, aber die Arbeit am CD-Projekt noch nicht abgeschlossen. Der CD-Titel, das CD-Design, das Layout, der Inhalt des Booklets, ein neues Chorfoto, die Reihenfolge der Liedtitel und viele weitere zeitraubende 'Kleinigkeiten' mussten noch erledigt bzw. geklärt werden. Dank Birgit Bürger, die das CD-Cover entworfen und sich auch um die grafische Verarbeitung des Booklet-Inhalts gekümmert hat, macht die CD nun auch optisch ordentlich was her! In Zusammenarbeit mit Madeleine konnten unsere Vorstellungen perfekt umgesetzt und letztendlich die finale Freigabe zur Produktion gegeben werden. Ein paar Wochen später dürfen wir nun das fertige Produkt in Händen halten und hoffen, dass viele Exemplare ein neues Zuhause finden werden!


Was macht eine CD-Aufnahme mit einem Chor?

Meiner Meinung nach ist eine CD-Aufnahme wie eine Fortbildung für Sängerinnen und Sänger! Das Gehör wird geschärft und man wird viel sensibler auf textliche Feinheiten, Schlussakkorde und gemeinsame Absprachen. Gleichzeitig ist es auch wahnsinnig wertvoll für die Gemeinschaft. Was man gemeinsam erarbeitet hat, schweißt einen zusammen, bereitet Freude, bringt Stolz und ist auch noch Jahrzehnte später ein unvergessliches Erinnerungsstück. Ich danke allen Sängerinnen und Sängern für die Motivation und den Einsatz, die diese Produktion erst ermöglicht hat und freue mich auf die nächsten Projekte!


Stefan Gruber

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