Kärntnerchor auf Tour: Bayern 2026
- helga052
- vor 4 Tagen
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Am 04.06.2026 war es soweit: Nach drei langen Jahren Wartezeit gab es endlich wieder eine Chorreise. Diesmal führte sie uns ins schöne Bayern.
Bereits in aller Frühe trafen wir mit rund 70 Leuten am Grazer Hauptbahnhof ein und machten uns voller Vorfreude auf den Weg nach Rosenheim. Mit Buschauffeur Edi von Gruber Reisen und seiner Frau Eva, die uns mit Getränken und Frankfurter Würstchen bestens verpflegte, konnte einer gelungenen Busfahrt nichts mehr im Wege stehen.

Um uns die Fahrtzeit ein wenig zu verkürzen und unser Wissen über den Salzburger Dialekt und das Bundesland zu testen, führte unsere Isi zwei Kahoot-Quizzes mit uns durch, bei denen es tolle Preise zu gewinnen gab.
Gegen Mittag erreichten wir Berchtesgaden, über das uns unsere Kathrin viel Spannendes zu erzählen wusste. Unser Ziel war das imposante Salzbergwerk, das zu den ältesten noch aktiven in Deutschland zählt. Aufgeteilt in zwei Gruppen fuhren wir mit einer Grubenbahn in den Stollen und erhielten spannende Einblicke in den Salzabbau.

Ein besonderes Highlight waren die unterirdischen Rutschen sowie die Bootsfahrt über den Salzsee, die wir mit „Übarn See sing ih ume“ musikalisch umrahmten. Nach dieser eindrucksvollen Führung blieb uns noch genügend Zeit, um Berchtesgaden zu erkunden und etwas zu essen, bevor wir unsere Fahrt fortsetzten.

Am späteren Nachmittag erreichten wir schließlich unser Ziel: Rosenheim. Nachdem wir unsere Zimmer bezogen hatten, warteten im Flötzinger Bräu bereits ein leckeres Abendessen und kühle Getränke auf uns.

Ans Heimgehen dachte keiner so schnell. Stattdessen gaben wir im Brauhaus noch einige Lieder zum Besten, bis uns die Müdigkeit schlussendlich doch in unsere Betten trieb – es war ja schließlich erst der erste Tag und wir mussten uns unsere Energie noch gut einteilen.

Am nächsten Tag machten wir uns bereits in aller Frühe auf den Weg zum Chiemsee. Das Wetter zeigte sich noch nicht von seiner besten Seite, aber das sollte sich im Laufe des Tages noch ändern – wie könnte es auch anders sein am Geburtstag unserer Obfrau Helgi. Natürlich ließen wir es uns nicht nehmen, ihr mit einem lautstarken „Happy Birthday“ zu gratulieren – und das nicht nur einmal. Ich glaube, so viele Geburtstagsständchen wie Helgi an diesem Tag hat noch nicht oft jemand bekommen.
Mit dem Schiff ging es anschließend auf die Herreninsel. Auch bei dieser Überfahrt ließen wir es uns nicht nehmen, ein paar Lieder anzustimmen.

Nach einem kurzen Spaziergang erreichten wir schließlich das Schloss Herrenchiemsee, das von Ludwig II. begonnen, aber nie fertiggestellt wurde. Das prunkvolle Gebäude ist dem Schloss Versailles nachempfunden, und wer den Spiegelsaal dort schon einmal gesehen hat, wird sich im Schloss am Chiemsee sofort dorthin zurückversetzt fühlen.

Nach der eindrucksvollen Führung blieb uns noch genügend Zeit, um den wunderschönen Schlossgarten zu bewundern, auf die Fraue
ninsel zu fahren oder die Sonne in einem der vielen Gastgärten zu genießen. Die besonders Mutigen wagten sich sogar ins Wasser. Mittlerweile lachte die Sonne vom Himmel, deshalb verbrachten wir die gemeinsame Rückfahrt aufs Festland am Außendeck des Bootes. Die Zeit wurde genutzt, um noch ein paar „Happy Birthday“-Ständchen für Helgi anzustimmen und so manches Lied für das bevorstehende Konzert mit der Liedertafel Prien zu proben. Dieses stand nämlich bereits als nächster Programmpunkt auf dem Plan.

Im Kurpark Prien am Chiemsee angekommen fand zuerst die gemeinsame Stell- und Gesangsprobe statt und wenig später trafen auch schon die Gäste ein. Es gab ein bunt gemischtes Programm, das von der Liedertafel und uns gemeinsam gestaltet wurde. Die Stimmung war ausgelassen und lud immer wieder zum Mitsingen ein. Am Ende wurden wir mit großem Applaus und viel Lob für unseren Auftritt belohnt. Das freute uns natürlich sehr, denn dieses Konzert war gewissermaßen die Feuertaufe für jene in Graz und Liebenfels. Danach wussten wir auf jeden Fall, was schon gut lief und was wir uns in den
nächsten Wochen noch einmal genauer anschauen mussten.

Nach einem gemütlichen gemeinsamen Abendessen im Hotel Luitpold am See traten wir die Rückfahrt nach Rosenheim an, wo einige von uns den gelungenen Tag noch in der Hotelbar ausklingen ließen.
An Tag 3 stand eine Brauereiführung in der Camba Bavaria Brauerei inklusive Weißwurstfrühstück am Programm.

Auf Wegen, die vermutlich noch nicht oft einen Doppeldeckerbus gesehen haben, reisten wir ins Herz des Chiemgaus. Die Führung war beeindruckend. Wir konnten nicht nur spannende Einblicke in den Brauprozess gewinnen, sondern auch hautnah miterleben, wie die Edelstahltanks für eine Brauerei in Kamerun hergestellt wurden.

Camba Bavaria braut nämlich nicht nur Bier, sondern stellt auch das Inventar fürs Brauen her, so z.B. für die Wimitz-Brauerei in Kärnten, und betreibt außerdem eine eigene Bäckerei, deren Brezen wir beim Weißwurstfrühstück selbstverständlich verkosten durften.

Nicht nur die Führung, sondern auch die Biere überzeugten uns, weshalb wir vor der Weiterfahrt noch einen Abstecher in den Shop machten. Unser Bierwart Marco besorgte uns dabei in weiser Voraussicht einen kleinen Vorrat für unser Probelokal, damit wir auch bei den kommenden Proben noch an diesen gelungenen Ausflug erinnert werden.
Das nächste Ziel des Tages war Aschau, wo wir uns für den nächsten Programmpunkt in drei Gruppen aufteilten. Während die einen einen gemütlichen Spaziergang zum Café Pauli machten, wanderten die anderen rund drei Stunden um den Haindorfer Berg und ein kleines Grüppchen nahm sogar den Weg über den Gipfel.


Beim Café Pauli trafen wir alle wieder zusammen und genossen ein gutes Abendessen. Wieder in Rosenheim angekommen dachte noch keiner ans Schlafengehen. Man munkelt, dass einige das Rosenheimer Nachtleben noch bis in die frühen Morgenstunden auskosteten und erst bei Sonnenaufgang ins Bett fanden.


Schneller als uns lieb war, war der letzte Tag unserer Chorreise gekommen und nach dem Frühstück machten wir uns bereits wieder auf den Rückweg in die Steiermark.
Ganz vorbei war es jedoch zum Glück noch nicht. Es standen noch ein paar Zwischenstopps am Plan, die das Ende der Reise noch etwas hinauszögerten.

Der erste befand sich in St. Gilgen, wo wir das HörArt Museum besuchten und eine der wohl außergewöhnlichsten Instrumentensammlungen bestaunen durften, die wir je gesehen hatten. Von Gitarren aus Schildkrötenpanzern über Maultrommeln bis hin zu Didgeridoos war alles dabei. Und das Beste daran war, dass wir die Instrumente nicht nur zu sehen, sondern auch direkt zu hören bekamen. Nach diesen wirklich beeindruckenden Darbietungen setzten wir unsere Fahrt fort. Eva versorgte uns mit Frankfurter Würstchen und Egon verkürzte uns die Fahrt mit spannenden Informationen übers Salzkammergut, die vermutlich in keinem Reiseführer besser hätten stehen können.

Am Nachmittag erreichten wir unseren letzten Stopp: das Stift Admont. Die Führung durch die Bibliothek, die wir tatsächlich ganz für uns alleine hatten, war ein wunderschöner Abschluss dieser gelungenen Chorreise. Zu unserer Freude durften wir dort auch noch zwei Lieder singen. Die Bibliothek in Admont zählt nun sicher zu unseren außergewöhnlichsten und schönsten Auftrittsorten. Nach einem kurzen Besuch in der Stiftskirche traten wir schließlich die letzte Etappe unserer Reise an. Zurück in Graz angekommen, brachen wir müde, aber glücklich nach Hause auf.
Ein großes Danke gilt Helgi, Sanchez und Günther, die diese wunderschönen vier Tage für uns organisiert und auf die Beine gestellt haben. Wir werden uns sicher noch oft und vor allem gerne daran zurückerinnern!


Text: Laura Zwischenberger
Fotos: Chor der Kärntner in Graz





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